Der Name dieses Magazins kommt aus der Musik. „Komakino“ ist eine Single von Joy Division aus dem Juni 1980, auf Factory Records als biegsame Flexi-Disc gepresst und in Plattenläden verschenkt. Das frühere Fanzine KOMAKINO trug den Titel von 2005 an, schrieb aber fast nur über Bands. Dass Kino und Musik in diesem Magazin eine gemeinsame Rubrik haben, liegt nahe: Ein guter Film über eine Band erzählt oft mehr über eine Szene als jede Diskografie, und eine gute Serie kann einen vergessenen Song in eine zweite Karriere schicken.
Die Auswahl in dieser Rubrik folgt keiner Chartlogik. Sie mischt Klassiker aus den 70ern mit Filmen, die gerade erst ein paar Jahre alt sind, amerikanische Studioproduktionen mit britischen Indie-Filmen und einer deutschen Serie. Jeder Eintrag nennt Regie, Jahr und das, was die Musik im Film tatsächlich tut. Bewertet wird, ob ein Film auch dann noch trägt, wenn man die Lieder schon kennt.
Ein Film verbindet beide Seiten besonders eng. „Control“ von Anton Corbijn aus dem Jahr 2007 erzählt vom Joy-Division-Sänger Ian Curtis. Corbijn hatte die Band Ende der 70er fotografiert, drehte in Farbe und zeigt den Film in Schwarzweiß. Bei der Premiere in Cannes im Mai 2007 gewann er mehrere Preise in der Nebenreihe Quinzaine des Réalisateurs. Wer nicht weiß, wo er in dieser Rubrik anfangen soll, kann mit diesem Film beginnen.
Die besten Musikfilme
Der längste Artikel der Rubrik ist eine Liste: die besten Musikfilme aller Zeiten, sortiert nach Jahrzehnten. Sie beginnt mit „Saturday Night Fever“ und „Quadrophenia“, zwei Filmen aus den späten 70ern, die beide eher von jungen Leuten handeln als von Musikern. Die 80er sind mit „The Blues Brothers“, „This Is Spinal Tap“, „Purple Rain“ und „Dirty Dancing“ vertreten, also mit Komödie, Mockumentary, Rockstar-Film und Tanzfilm.
Aus den Jahren um 2000 stehen „Almost Famous“, „24 Hour Party People“ und „Once“ auf der Liste. Der letzte Film ist eine kleine Produktion aus Dublin, deren Song „Falling Slowly“ einen Oscar gewann. Den Abschluss bilden „Inside Llewyn Davis“ der Coen-Brüder, „Whiplash“ und das Netflix-Musical „tick, tick... BOOM!“. Wer nur einen Abend Zeit hat, findet dort für jedes Jahrzehnt einen Vorschlag.

Serien mit Soundtrack
Serien haben einen Vorteil gegenüber dem Kino: Sie haben Zeit. Eine Titelmelodie läuft über Jahre jede Woche, und ein Music Supervisor kann über viele Staffeln einen eigenen Geschmack aufbauen. Der Artikel über Serien-Soundtracks beginnt bei „Miami Vice“, dessen Titelmusik von Jan Hammer 1985 die Spitze der amerikanischen Charts erreichte, und bei „Twin Peaks“ mit der Musik von Angelo Badalamenti.
Danach geht es um „The Sopranos“, „Gilmore Girls“, „The O.C.“, „Six Feet Under“ und „The Wire“, deren Titelsong in jeder Staffel von anderen Musikern gesungen wird. Zwei Produktionen aus Deutschland gehören dazu: „Dark“ mit dem Apparat-Song „Goodbye“ und „Babylon Berlin“. Auch eine Band aus dem früheren Fanzine taucht auf, denn „Hello Sunshine“ von den Super Furry Animals lief in „The O.C.“.
Filme über Musiker
Biopics sind ein eigenes Genre mit eigenen Problemen. Ein Leben passt nicht in zwei Stunden, und die Nachlassverwalter der Porträtierten reden fast immer mit. Der Artikel über Filme über Musiker und Bands stellt Klassiker wie „Amadeus“ und „Coal Miner's Daughter“ neben Bandfilme wie „Control“ über Ian Curtis, den Sänger von Joy Division, und „Straight Outta Compton“ über N.W.A.
Neuere Biopics wie „Rocketman“ und „A Complete Unknown“ kommen ebenso vor wie drei Produktionen von Netflix: „Ma Rainey's Black Bottom“, „The Dirt“ und „Maestro“ über Leonard Bernstein. Ein eigener Abschnitt fragt, was in diesen Filmen fehlt, weil es fehlen muss.

Konzertfilme
Ein Konzertfilm hat kein Drehbuch, aber er hat einen Schnitt, und der entscheidet fast alles. Der Artikel über Konzertfilme reicht von „Monterey Pop“ (1968) und „Woodstock“ über „The Last Waltz“ von Martin Scorsese bis zu „Stop Making Sense“, den Jonathan Demme an vier Abenden im Dezember 1983 im Pantages Theatre in Hollywood drehte.
Am anderen Ende stehen Filme wie „Homecoming“ von Beyoncé und der Film zur Eras Tour von Taylor Swift, der 2023 in die Kinos kam. Dazwischen liegt „Summer of Soul“, ein Film aus Aufnahmen von 1969, die ein halbes Jahrhundert lang kaum jemand gesehen hatte.
Musikdokumentationen
Wo der Konzertfilm bei der Bühne bleibt, geht die Dokumentation in den Tourbus, ins Studio und ins Archiv. Der Artikel über Musikdokumentationen beginnt mit „Don't Look Back“, D. A. Pennebakers Film über Bob Dylans England-Tournee 1965, und reicht über „Buena Vista Social Club“ und „Some Kind of Monster“ bis zu „The Beatles: Get Back“ von Peter Jackson.
Dazu kommen Filme über Stimmen, die beinahe verloren gingen, wie „Searching for Sugar Man“, zwei deutsche Produktionen, „Rhythm Is It!“ und „B-Movie“ über West-Berlin in den 80ern, sowie ein Blick auf Netflix und Arte. Auch „Meet Me in the Bathroom“ steht dort, ein Film über die New Yorker Indie-Szene der Jahre kurz vor dem Start des früheren Fanzines.
Der Juno-Soundtrack
Ein einzelner Soundtrack bekommt einen eigenen Artikel, und das hat mit einer Songwriterin aus der Musik-Rubrik zu tun. Das frühere Fanzine KOMAKINO führte Mitte der 2000er ein Interview mit Kimya Dawson. Wenig später lief ihre Musik durch „Juno“ von Jason Reitman, und das Album zum Film erreichte in seiner dritten Verkaufswoche Platz 1 der Billboard 200.
Der Juno-Soundtrack ist hier mit allen 19 Titeln aufgeführt, von Barry Louis Polisar bis zur Duettversion von „Anyone Else but You“ mit Michael Cera und Elliot Page. Dazu kommt die Frage, wie eine Sammlung von Lo-Fi-Liedern an die Spitze der Charts gelangen konnte.
